Schifahren ist manchmal echt Scheisse
Seit Jahren schreibt der Autor "Zwiebelfisch" Kolumnen über sprachliche Schnitzer und Fehler, die wir uns im Umgang mit unserer oft schwierigen und unlogischen Muttersprache leisten. Sie sind zu erheiternder Lektüre und Bestsellern geworden.
Trotzdem kann es einem - wie dem Auto dieser Zeilen - noch passieren, dass man nach einem Hinweis auf einen Fehler zurechtgewiesen wird: "Nein, das ist nicht falsch. Das sagen hier alle." Ich hatte meinen Stempel als hochdeutscher Korinthenkacker bekommen, der gefälligst nicht versuchen sollte, Süddeutschen in Sachen Sprachgebrauch Lektionen zu erteilen.
Als ich angefangen hatte, mit meiner damaligen Verlobten öfter mal Französisch zu sprechen, obwohl sie sehr gut Deutsch verstand, wollte ich sie fragen, ob sie gerne Schi fährt. Sie grinste freundlich und sagte, das Verb heisse nicht "chi-er", sondern "ski-er". Ersteres heisst nämlich "scheissen".
Man sieht, dass das mit dem Korrigieren eine heikle Sache ist. In Deutschland ist es oft Besserwisserei oder wird zumindest häufig als solche ausgelegt, während man Deutsche im Ausland, die sich viel zu selten bemühen, eine ihnen fremde Sprache zu sprechen, nur in Ausnahmefällen korrigiert, um sie zum Beispiel davor zu bewahren, peinliche Schnitzer zu begehen und sich zu blamieren.
Jetzt ist Deutschlands oberstem Sprachlehrer nichts besseres eingefallen als dazu aufzurufen, Stilblüten von Ausländern zu sammeln, die Fehler beim Versuch machen, unsere schwere Sprache zu erlernen und anzuwenden.
Mei, wird das lustig, wenn wir endlich damit aufhören können, unsere eigenen Fehler zu suchen.
Ausländer machen ja noch viel mehr!