Schreibmans Kultbuch

 

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... war ich dann schon
wieder auf Deiner
Seite und kam aus
dem Lesen nicht
mehr raus.
Ich sitze hier an
meinem Schreibtisch,
noch nicht einmal
angezogen,


bedeckt mit einem
Bademantel, und
schmökere in Deinen
Seiten herum, die so
interessant sind, dass
man rundherum alles
vergessen kann.

(Zuschrift einer Leserin)

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Walsers Einträge

Auszüge aus "Meßmers Reisen" hatte ich vor einiger Zeit schon im Spiegel gelesen und sie hatten mich nicht sonderlich begeistert. Die Textproben kamen mir wie zusammengeknäulte, weggeworfene und dann doch noch einmal auseinandergefaltete Notizzettel vor, aus denen man ein Buch gemacht hatte. Heute wurde ich eines Besseren belehrt.

Komme grade von der Lesung im Nachbarort zurück. Die kurzen Texte, von denen Martin Walser heute einige vorgelesen hat, sind echt vom Feinsten. Viel Lustiges ist dabei, auch wenn das Publikum oft an den falschen Stellen gelacht hat, und viel zum Mit- und Selberdenken.




Für das Publikum war die Lesung ein echtes lokales Event, mit Bürgermeister und der Lokalprominenz, zwei Auch-Dichtern und zahlreichen anderen Leuten, die man hier nicht erwartet hätte. Ich hatte einen Platz ziemlich weit hinten, obwohl ich rechtzeitig da war. Hier meine Perspektive zu Beginn der Lesung, als der Autor grade Platz nimmt. Als er dann sass und las hab ich natürlich nicht mehr geknipst. Ob die Dame vor mir schwerhörig war oder salutierte, kann ich leider nicht sagen.



Meßmers Reisen ist ein Buch, in dem man wie in einer Aphorismensammlung lesen kann und immer wieder neue Gedanken und Geschichten entdeckt. Auf eine Genrebezeichnung wie Roman, Tagebuch oder Kurzgeschichten habe man bewusst verzichtet, erklärte der einleitende Suhrkamp-Lektor. Er und Walser hätten sich auf die Bezeichnung Einträge geeinigt.




Nach der Veranstaltung konnte man den Autor im Foyer bitten, sein Werk zu signieren. Das habe ich mir verkniffen. Ausserdem hatte ich überhaupt kein Buch. Links im Bild meine Nase und mein Adlerauge.



Es war ein schöner Literaturabend, den ich sehr genossen habe. Martin Walser habe ich erstmals vor 35 Jahren gelesen, heute habe ich ihn live erlebt.




Nochmal ich, blass, und Walser, unscharf. Ganz im Gegensatz zu seinen Texten. Die sind messerscharf.



Ermöglicht wurde mir dieser Abend durch die Freundlichkeit einer meiner Leserinnen. Sie hatte mir beim Verkehrsbüro eine Eintrittskarte reserviert und hinterlegen lassen. Dankeschön.

18.10.03 00:27
 
Letzte Einträge: Frohes Fest!, Gestern in der Schweiz, Notizen, Lebenszeichen, Das alles, Wenn es Nacht wird in Badenweiler


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


(18.10.03 00:47)
Ach so ist das. Ich dachte, Du könntest wegen einer anderen Verabredung nicht hin, dabei lag's an der Eintrittskarte. Das ist aber wirklich nett von der Leserin! Schön, daß es doch noch geklappt und Dir gefallen hat.
Viele Grüße


(18.10.03 08:24)
Ja schreibman, so freue ich mich mit dir über den schönen Abend, den du genießen konntest. Danke auch an die Leserin, die dich beschenkt, denn damit komme ich in den Genuß diesen Eintrag von dir zu lesen.
Lieben Gruß, Rose


(18.10.03 16:42)
Beim Lesen eines solchen Eintrags kommt Freude und Rührung auf. Lass es doch noch ein wenig nachwirken.


(28.10.03 21:49)
Den Mann im Vordergrund könnte man aber auch für Christoph Schlingensief halten.
Grüße

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