Schreibmans Kultbuch

 

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... war ich dann schon
wieder auf Deiner
Seite und kam aus
dem Lesen nicht
mehr raus.
Ich sitze hier an
meinem Schreibtisch,
noch nicht einmal
angezogen,


bedeckt mit einem
Bademantel, und
schmökere in Deinen
Seiten herum, die so
interessant sind, dass
man rundherum alles
vergessen kann.

(Zuschrift einer Leserin)

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Schreibmans Eier

 


Hier waren sie drin

 

Neulich dachte ich, Mensch Schreibman, Du könntest Dir doch mal eine warme Mahlzeit zubereiten. Du kannst das doch. Musst doch nicht immer nur Brote und abends vor dem Fernseher Studentenfutter und Schokolade.

Nun hatte ich ja schon einmal Eier in einem Topf mit heissem Wasser gekocht, was mir sehr gut gelungen war. Ich hatte gleich mehrere ganz hart gekocht, die konnte man dann auch noch kalt vor dem Fernseher. Denn alleine an den Esstisch sitzen, womöglich noch mit Deckchen und so, iss nich. Das ist echt ätzend und langweilig, nur zu essen, wenn man alleine am Tisch sitzt, ausser man hat eine Zeitung, dann weiss man wenigstens, wo man hinkucken soll. Denn nur auf den Tisch kucken, ob mit oder ohne Deckchen, ist einfach, nee, das fange ich gar nicht erst an.

 


Bei schönem Wetter kann man natürlich auch hier essen, weil die Küche ist direkt hinter der Tür hinter dem bunten Stuhl, und den Blick in den Garten schweifen lassen. Meistens stellt man dann fest, dass der Rasen bald wieder gemäht werden muss, also das Gelbe vom Ei ist das auch nicht unbedingt, um jetzt mal im Bild zu bleiben.

 

Das war jetzt eine Ausnahme, das mit der warmen Mahlzeit, denn ich war länger in Bewegung als ich am Tisch sass. Will sagen, man kriegt das ziemlich schnell gegessen.

Ich gab also halb Olivenöl und halb Butter in die eigens dafür gereinigte Pfanne und erhitzte. Währenddessen schlug ich drei Eier in eine grosse Tasse, rührte das mit einer Gabel ein bisschen um, bis zumindest die Dotter geplatzt waren. Inzwischen war das Zeug in der Pfanne heiss und ich leerte die Tasseneier rein. Dann schnitt ich schnell eine grosse Tomate klein, kratzte ein bisschen mit der Gabel in der Pfanne rum und schüttete dann, zu einem bestimmten Zeitpunkt, den nur ich kenne und der mein Küchengeheimnis ist, den Tomatenkram drüber. Ich fummelte noch ein bisschen mit der Gabel an den Tomatenteilen rum, dass sie in Bewegung blieben und nur leicht von beiden Seiten angewärmt wurden. Und fertig.

 


Der Topf links steht noch von den harten Eiern von neulich da. Die Pfanne muss man sich natürlich ganz rund vorstellen, nicht so abgeschnitten wie auf diesem Bild.

 

Das ganze lässt man dann elegant aus der Pfanne auf einen grossen Teller gleiten und kann statt der Tomatenteile auch quer durchgeschnittene halbierte Bananen ohne Schale nehmen.

 


Ich zeig' die Pfanne lieber doch noch mal ganz, damit man deutlich sieht, dass sie richtig rund und abgeschlossen sein muss, denn auf dem vorigen Bild würde das Zeug ja rechts raus auf den Herd fliessen.

 

Ich glaube, dass man dieses Rezept endlos variieren kann. Werde es demnächst mal mit etwas anderem probieren, was aber vorläufig noch geheim bleibt, sogar mir selber.

Und was den Abwasch betrifft, gibt es nur vier Teile, die man schnell, am besten teilweise schon während des Essens, damit man sich nicht langweilt, abspült, nämlich Pfanne, Tasse, Teller und Gabel. Und zwar unbedingt in dieser Reihenfolge.

Die Gabel jedenfalls zuletzt, weil die braucht man vom Anfang bis zum Ende.

Will man mal chinesisch essen, nimmt man statt eines Gäbelchens einfach ein Stäbelchen.

15.8.08 04:21
 
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bisher 10 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Monilisigudi / Website (16.8.08 08:40)
Hat es geschmeckt? Sehr gerne hätte ich mal das fertige Ergebnis gesehen! Liebe Grüße Gudi


Monilisigudi / Website (16.8.08 15:38)
Sah es in etwa so aus? Dieses hier ist allerdings mit Speck und frischen Kräutern. Mmmh.... sehr lecker!

Gruß von Gudi


SuMuze / Website (16.8.08 16:55)
@Monilisigudi

es wäre interessant zu sehen (oder zu erfahren) wie sich der unter deinem Menu befindliche Teller nach oben bzw. nach unten fortsetzt und ob das ggf. Auswirkungen auf Geschmack oder Recyclingeigenschaften des Gerichtes haben könnte. Ich beziehe mich dabei auf Schreibmans vorbildliche Präzision sowie Fingerspitzengefühl in der Behandlung der Rundungsproblematik seiner Pfanne (siehe oben, das ist jetzt zwar gerade nicht zu sehen, aber ich bin sicher, diese Website setzt sich da oben korrekt fort, vorhin noch....


Monilisigudi / Website (16.8.08 17:12)
@SuMuze
Mit dem Begriff Recycling [ɹɪˈsaɪklɪŋ] bzw. Rezyklierung wird der Vorgang bezeichnet, bei dem aus Abfall ein Sekundärrohstoff wird. ...
Ich finde, das passt zu diesem leckeren Gericht nicht wirklich!
Zum Verlauf des Tellers nach oben und unten:
Ohne Rahmen ist das, wenn auch nicht komplett, so aber doch besser sichtbar.

Allerdings bin ich eher Genießer und weniger Perfektionist. Daher würde mich nach wie vor das Resultat aus Diethers vorbildlich präzisen Pfanne interessieren!
Schöngeistige Grüße von Gudi


Schreibman / Website (17.8.08 22:06)
Also Dein Foto trifft es schon ziemlich genau, liebe Gudi. Allerdings habe ich nie so grünes Zeug im Haus, deswegen musst Du Dir an deren Stelle rote Tomatenschnipsel vorstellen. Speck lasse ich als Fast-Vegetarier weg und zusammenklappen tue ich es auch nicht. Da mein runder Teller ziemlich genau durch das Produkt aus der runden Pfanne gefüllt wird (nach elegantem Aus-der-Pfanne-gleiten-lassen), ist das irgendwie optimal, also mathematisch, geometrisch, ästhetisch und künstlerisch. Jetzt meine Frage. Was kann man ausser kleingeschnipselten grossen Tomaten und längs durchgeschnittenen halbierten ungeschälten Bananen noch nehmen? Ich habe grade wieder ein paar freilaufende Eier und, Moment, ich seh mal nach, was ich noch im Kühlschrank habe.


Schreibman / Website (17.8.08 22:09)
Kapern, Käse (verschiedene Sorten) und Sardellenpaste.


Monilisigudi / Website (17.8.08 23:43)
Wie wäre es mit Pilzen? Kleine Gurkenstückchen? Käse geht auch sehr gut, lieber Diether!
Wenn du es gerne süß magst, Apfelstückchen? Nüsse, Mandeln?
Oder pur mit etwas Puderzucker!
Ich persönlich liebe Kräuter, habe immer Töpfe mit frischer Petersilie, Schnittlauch, Basilikum und Zitronenmelisse draußen stehen.
Ich wünsche dir einen guten Appetit bei deinen weiteren Versuchen!
Liebe Grüße Gudi
PS: Das mit den Bananen kann ich mir nicht so richtig vorstellen, vielleicht solltest du wenigstens die Schale entfernen! :-)


Schreibman / Website (18.8.08 06:41)
Wie Recht Du hast. Natürlich meinte ich nicht "ungeschälte", sondern Bananen ohne Schale. Das war ein dummer Tippfehler. Die Idee mit den Äpfeln ist sehr gut, habe ich im Haus und nur deshalb zu erwähnen vergessen, weil sie nicht im Kühlschrank, sondern in der Schale mit den Bananen und Tomaten liegen. Käse und Puderzucker hören sich auch gut an, natürlich nicht zusammen, das ist mir schon klar. Vielen lieben Dank für Deine wertvollen Anregungen. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, was ich mit der Sardellenpaste mache. Canapés? Habe sehr selten Canapé-Besuch.


Gritli (18.8.08 22:04)
kleiner Tipp von der kleinen Schwester: du kannst auch einfach Zwiebeln und/oder Zucchini anbraten und dann die Tellereier drüber kippen und alles zusammen noch ein bisschen durch die Pfanne scheuchen. Und nächstes Mal üben wir dann Nudeln zu kochen... LG


Schreibman / Website (19.8.08 00:57)
Ok, Schwesterherz. Aber Kartoffeln schälen wirst Du mich nicht sehen. Hast Du ja auch noch nie gesehen, stimmts.

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