Pörksen und Sadlo
Die beiden Autoren, die ich jüngst für mich entdeckt habe, unterscheiden sich voneinander nicht nur dadurch, dass es sich im einen Fall um eine sehr bekannte Autorin und im anderen um einen Universitätsprofessor in Tübingen handelt. Die Autorin hat in Freiburg und München Anglistik, Germanistik und Jura studiert. Ist zwar schon ein paar Jahre her.
Jedoch: Christiane Sadlo ist Inga Lindström. Sie schrieb auch Drehbücher für Rosamunde Pilcher und Utta Danella sowie Folgen von "In aller Freundschaft", "Der Bergdoktor", "Forsthaus Falkenau" und so weiter. Die Frau ist eine wahre Meisterin ihres Fachs.
Neulich sah ich eine Folge "Inga Lindström" und war an einigen Stellen ziemlich - also ich hatte Tränen in den Augen, echt.
Auf Bernhard Pörksen wurde ich durch den Essay "Kollaps der Kontexte" im SPIEGEL 14/2012 von dieser Woche aufmerksam. Es geht darin um Kontrollverlust als Alltagserfahrung in unserer Digital-Ära. "Niemand kann sagen, welche seiner Äußerungen und Handlungen schon morgen einen Skandal auslösen oder ihn womöglich weltweit zum Gespött machen werden." Eine ziemlich beunruhigende Feststellung.
Pörksen ist Professor für Medienwissenschaft in Tübingen und schrieb unter anderem "Die Casting-Gesellschaft: Die Sucht nach Aufmerksamkeit und das Tribunal der Medien".
Tja, die Sucht nach Aufmerksamkeit! Sie kann jedem von uns zum Verhängnis werden. Oder auch nur peinlich.
Warum muss ich hier erwähnen, dass mich Schnulzen à la Inga Lindström manchmal richtig bewegen können? Aus dem Zusammenhang gerissen zitiert kann das dann heissen: "Schreibman heult bei Schnulzen wie ein Schlosshund."
Deswegen dementiere ich das hier schon mal ganz entschieden.