So ein Käse
Heute nachmittag war ich in Frankreich und wollte auf dem Rückweg noch schnell einen Ziegenkäse aus dem Supermarkt mitbringen. "Muss ja kein abgepackter aus dem Regal sein", dachte ich, "wo es doch eine Frischtheke gibt".
Ich begab mich also zu selbiger und liess meine Blicke über das Angebot streifen. Eine Bediendame hatte mich bereits begrüsst und schaute mir nun dabei zu wie ich versuchte, zu einer Entscheidung zu gelangen.
"Donnez-moi un morceau de ce chevre-ci, s'il vous plait", sagte ich und zeigte auf einen.
Erst jetzt schaute ich die Verkäuferin richtig an. Und im selben Moment kam ich auch auf die Idee, mich beraten zu lassen. Ich fragte also die nette Dame, ob der von mir gewählte gut oder welches ihrer Meinung nach der beste Chevre sei.
Schon waren wir ins Gespräch gekommen. Dieser hier würde gerne gekauft, meinte sie, und jener wäre etwas milder, manche meinten sogar fade.
"Ah non," sagte ich, "j'aime autant s'il est un peu plus fort", sagte ich. Also ein bisschen nach Ziege darf er ruhig schmecken.
Und dann zeigte sie auf einen, von dem ich sofort merkte, dass es ihrer Meinung nach der beste war. Also nicht zu fade und nicht zu penetrant, sondern "entre les deux". Den nahm ich dann auch.
Um das Gespräch nicht allzu abrupt abzubrechen, fragte ich sie dann noch, während sie wog und abpackte, ob man die Kruste mitessen könne. Das war eigentlich eine blöde Frage. Sie antwortete jedoch sehr entgegenkommend, dass man sie schon mitessen könne, aber.
"Bien sur", sagte ich, "mais pourquoi, n'est-ce pas?" Warum soll ich so eine blöde Kruste essen?
"La date est ici", sagte sie dann noch und zeigte auf das Verfalldatum. "Merci", sagte ich, "je vais le manger ce soir." Wir lachten beide kurz und ich bedankte mich, ihr noch einen schönen Abend wünschend.